Herzschlagfinale

Veröffentlicht auf von Nebelmond

 

11.06.2011 VfL Kirchheim – SSV Reutlingen (in Heilbronn)

letzter Spieltag der Oberliga Baden-Württemberg

 

Ein paar Tage vor dem letzten Spieltag in der Oberliga Baden-Württemberg beschloss  die Polizei, dass im Kirchheimer Stadion an der Jesinger Allee dieses Spiel nicht stattfinden kann.

Begründet wurde dies mit fehlenden Sicherheitsstandards (fehlender Gästeblock etc.)und angeblichen vorbereiteten Ausschreitungen bei einem eventuellen Abstieg der Reutlinger .

Völliges Unverständnis dafür an breiter Front, da Mitte Mai dort das Württemberger Pokalfinale zwischen dem  1.FC Heidenheim und Normannia Gmünd vor gut 2.500 Zuschauern stattfand.

Nun wurde das Heimspiel von Kirchheim in das knapp 100 Km entfernte Heilbronn in das Frankenstadion verlegt.

 

Zur Situation: 4 Mannschaften kämpfen noch gegen den letzten verbliebenen Abstiegsplatz. Hier hatte der SSV Reutlingen dank der schlechten Tordifferenz die mieseste Ausgangslage.

 

Mittags machte ich mich auf zum Heilbronner Stadion. Nach einigen kleineren Stop-and-Go’s auf der Autobahn erreichte ich zeitig den Platz an der Theresienwiese, wo man das Auto in Nähe des Stadions gut parken konnte.

Da noch nichts groß los war machte ich mich auf um mir die Umgebung etwas näher anzusehen. Hier sind etliche Sportplätze/Stadien vorhanden. Besonders angetan war ich vom Stadion von Union Böckingen. Nur als ich Bilder machen wollte versagte meine Kamera den Dienst. Kartenfehler. Grrr.

Da mir nun die Zeit etwas knapp wurde ging es wieder zurück zum Frankenstadion.

Dort war, 20 Minuten vor Anpfiff, noch ganz schön viel Andrang an den Kassenhäuschen der Gästekurve. Nach Zahlung von 7 Euro und einmal komplett sich Abtasten lassen durfte ich dann aber eintreten.

Bis zum Spielbeginn versuchte ich dann meine Kamera wieder funktionstüchtig zu machen.

 

Kaum waren 2 Minuten gespielt da war der Ball im Reutlinger Tor. Der Torjubel war nicht besonders groß, da unter den gut 800 Zuschauern nur etwa 100 – 150 Kirchheim-Fans waren.

Der SSV ließ sich davon aber nicht unterkriegen und konnte noch in der 1. Halbzeit 2 Tore schießen.

Leider schaffte kurz vor dem Halbzeitpfiff Kirchheim noch den Ausgleich zum 2:2.

Mitte der 2. Halbzeit ging der SSV wieder in Führung und erspielte sich weiterhin gute Chancen.

Dank mobilem I-Net war man über die Ergebnisse in den anderen Stadien informiert.

Hollenbach und Bahlingen führten mit 2:1 bzw. 1:0 und bei der SGV Freiberg stand es 0:0.

Nach etwa gespielten 75 Minuten kam langsam durch den Gästeblock, dass auch Freiberg führte und man somit trotz des 3:2 abgestiegen wäre.

Daraufhin wurde es im gesamten Stadion sehr ruhig. Auch die Ultras ließen sich von der Situation anstecken und wurden leiser.

Die Zeit verrann und eigentlich war die Spielzeit abgelaufen, der Schieri zeigte noch 3 Minuten Nachspielzeit an. Auf einmal sprangen auf der Tribüne ein paar Mann auf und schrien was zur Gäste-Trainerbank. Auch dort wurde man munter und rannte an den Spielfeldrand und rief den Spielern was zu.

Dies motivierte den Gästeblock nochmal. Alle (nicht nur die Ultras) feuerten die Mannschaft an, denn es konnte ja nur sein, dass irgendwo der Ausgleich gefallen sein muss und der SSV wieder drin war.

Es ging noch etwas Hin und Her und dann pfiff der Schieri ab. Mittlerweile hatten wir im Gästeblock erfahren, dass in Freiberg der Ausgleich gefallen war.

Einige Fans stürmten freudetrunken über den Zaun auf das Spielfeld. Kurz danach öffneten Ordner die Tore und auch ich ging mit auf dem Platz zur Mannschaft.

Der Stadionsprecher gab noch die Endergebnisse durch (Freiberg bekam das Gegentor zum 1:1 in der Nachspielzeit) und gratulierte noch dem SSV zum Klassenerhalt.

Auf dem Platz wurde noch ausgiebig mit der Mannschaft gefeiert.

Nach diesem doch sehr nervenaufreibenden Spiel ging es dann zum Auto und ich machte mich auf dem Heimweg. Auf der Autobahn war dann noch ein halbstündiger Stau nach einem Unfall zu überstehen und frohgelaunt kam ich dann gegen 19 Uhr wieder zu Hause an. 

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